1.5. Euromayday Parade Hamburg @ Park Fiction St.Pauli


Zeit: 14:00 – 18:00

Stadt geht los – Euromayday 2010

Mayday Mayday

1. Mai – wieder werden wir mit tausenden Prekären auf der Straße feiern.
Wieder werden wir unsere persönlichen Geschichten erzählen. Unsere Fragen sind noch unbeantwortet: Woher kommt morgen mein Geld für die Miete? Welche Jobs gehen ohne Pass? Was ist, wenn ich krank werde? Wo bleibt der Scheck für das Grundeinkommen? Wie streike ich als Arbeitslose? Wie und wofür will ich lernen?
Dennoch wird an diesem 1. Mai vieles anders sein. Im letzten Jahr haben wir den Beginn einer neuen Bewegung erlebt, die die festgefügten Verhältnisse zum Schwingen bringt. Es geht nicht mehr allein um den Wunsch nach einem anderen Leben, sondern dieses tatsächlich möglich zu machen.

Vom Recht auf Stadt für alle

Ob der Rückkauf des Gängeviertels oder der Baustopp für die Moorburgtrasse: Noch vor einem Jahr hatte kaum jemand diese Erfolge für möglich gehalten. Die Stadt der Investoren hat deutliche Risse bekommen. Die lokalen Geschichten, die in den Werbeprospekten der Marke Hamburg keinen Platz fanden, haben sich zu einer urbanen Erzählung verdichtet. Künstler-Besetzerinnen, Schreberspacken, Anwohner-Aktivistinnen, Mietpreissensible und Baumbesetzerinnen haben begonnen, Hamburg zu ihrer Stadt zu machen. Längst geht es nicht mehr um Geld und Freiräume allein. Immer wieder taucht eine Frage auf: Wer bestimmt hier was?

Alice im Wunderland – Die Förderung, die ich fordere

Diese Frage stellen wir auch mit der Initiative „Die Förderung, die ich fordere“.
Eine Freundin von uns kämpft um ihre Zukunft. Sie ist 54 Jahre alt und verliert bald jeden Anspruch auf Förderung der beruflichen Weiterbildung. Zurzeit arbeitet sie als Lageristin und bekommt aufstockendes Hartz IV. Für die Firma und die ARGE ist das ein gutes Geschäft. Die Firma bekommt 50% Eingliederungszuschuss und die ARGE hat eine Arbeitslose weniger in der Statistik. Nur für Alice bleibt es ein miserabler Deal. Zu wenig Geld zum Leben für eine Arbeit, die höchstens bis zum Ende des Zuschusses dauern wird, und die weder ihren beruflichen Qualifikationen noch ihren Zukunftsvorstellungen entspricht. Stattdessen will Alice eine Fortbildung an der freien Kunstschule machen. Wir finden, dass ist ihr gutes Recht. Gemeinsam wollen wir deshalb eine neue Eingliederungsvereinbarung durchsetzen. Eine Vereinbarung, in der sich die ARGE verpflichtet, Alice die Gebühren für die Kunstschule zu finanzieren. Es geht darum, ein anderes Leben möglich zu machen.

Verrückt – Die Stadt ist unsere Fabrik

Was Alice fordert ist klar. Für’s erste. Aber was sind deine Fragen, deine Wünsche und vor allem deine Forderungen? Machen wir eine Parade, auf der die Zahl der Wünsche nur von der Zahl der Forderungen übertroffen wird. Machen wir eine Betriebsversammlung im Unternehmen Stadt. Eine Betriebsversammlung ohne Stellvertreter, ohne Maßhalteappelle und vor allem ohne den Zwang, sich auf eine einheitliche Forderung zu einigen. Für eine Inflation der Fragen, Wünsche und Rechte.

Wir sehen uns. Wir sind unter euch.

Euromayday 2010 – Parade, 1. Mai, 14 Uhr, Park Fiction

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